Edinburgh-Trip
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Tja, nun bin ich also wieder zurück in Deutschland. Auf der einen Seite ist es natürlich immer wieder schön, in die Heimat zurückzukehren, auf der anderen Seite hatte ich halt schon eine wundervolle Zeit in der ‘Wildness’.
Die letzten zwei Tage bevor ich wieder nach Deutschland geflogen bin habe ich noch in Edinburgh verbracht. Da ich eh von dort aus fliegen sollte, bot sich das natürlich super an. Und Edinburgh wollte ich mir doch wirklich nicht entgehen lassen. Es ist doch wirklich so: Wer weiß, wann man mal wieder die Chance kriegt.
Also habe ich dann mehr oder weniger kurzentschlossen ein Bett in einer Jugendherberge gebucht. Lustigerweise, war es wirklich die erste Jugendherberge, die mir im Internet über den Weg gelaufen ist. Da ich eher nicht so wahnsinnig motiviert war, mega research zu machen und der Preis sich ganz okay anhörte, habe ich dann auch, schwupdiwups, mein Bettchen gebucht.
Der Tag meiner Abreise, wer mich kennt weiß jetzt schon, was nun kommt, war natürlich ein ziemlich tränenreicher ;( . Allerdings hatte ich auch wieder ein bisschen Pech mit dem britischen Zugsystem (Felix behauptet ja immer noch steif und fest, es sei gar kein System. Mittlerweile fange ich auch an ihm zu glauben). Mein Zug, der mich runter nach Carlisle bringen sollte, damit mich dann der Anschlusszug wieder zurück nach Schottland brachte, hatte leider eine Stunde Verspätung. Das hätte natürlich auch geheißen, das ich meinen Zug in England verpasst hätte. Super gut! Felix’ Papa war dann aber so furchtbar lieb und hat mich dann nicht nur nach Dumfries gebracht (etwa 1 Stunde Fahrt), sondern schlussendlich auch nach Carlisle (eine weitere Stunde). Also habe ich so gerade meinen Zug dort bekommen und war somit dann auch pünktlich um kurz nach 4pm in der Hauptstadt.
Dann ging es aber auch schon wieder los. Ich hatte natürlich keinen Stadtplan oder irgendwas, was dem ähnlich gewesen wäre. Das einzige was ich mit mir hatte war eine kleine Zeichnung, die ich auf der Internetseite der Jugendherberge gefunden habe: Eine Wegbeschreibung vom Bahnhof zur Jugendherberge … ich sollte das Zeichnen wirklich lassen. Natürlich war die mehr oder weniger total falsch und ich habe mich mehr oder weniger total verlaufen :S . Nach einer Stunde verwirrten Rumlaufens, mit Koffer in der Hand, im Dunklen, mit Schweißtropfen auf der Stirn, habe ich es dann aber tatsächlich noch geschafft, in der Herberge einzutrudeln - yeah
.
Ich kann echt sagen, dass die Herberge ein richtiger Glücksgriff war. Sie entsprach vielleicht nicht mehr wirklich dem Standard, den ich noch so im Kopf hatte von anderen Jugendherbergen: ein bisschen urig und eng und so. Diese kam eher dem Anspruch eines Hotels näher. Ich habe einige Fotos von der Herberge in die Gallery gestellt, wer Lust hat … nur zu. Eine Sache, die nicht so gut war, es war kein Frühstück im Preis enthalten. Ich hatte mir bei Felix zu Hause, am Abend bevor ich gefahren bin, drei Sandwiches gemacht … und ob ihr es glaubt oder nicht, die haben mich während der drei Tage zu 90% ernährt! Nun kann ich erstmal keine Käse-Salami-Sandwiches mehr sehen
. Man konnte zwar dort frühstücken, das kostete allerdings 5 Pfund. Und da ich eh schon nur 20 Pfund für diese drei Tage hatte, habe ich also einen Bogen um das Frühstück machen müssen
.
Was ich mir aber natürlich nicht entgehen lassen konnte, war das abendliche Pint in der Bar/Lounge der Jugendherberge. Am ersten Abend, ziemlich müde habe ich mich dann aber auch schon relativ bald und ohne größere Umwege, in mein Bettchen verzogen. Sehr cool war auch, dass wir Dusche, Toilette, Waschbecken und so en suite hatten (vielleicht ist das aber auch mittlerweile normal und ich war einfach schon länger nicht mehr in einer Jugendherberge?!). Ich habe mir ein 6-Bett-Zimmer gegönnt, das Ganze hat mich 11 Pfund die Nacht gekostet. Nachdem ich nun in den drei Monaten sehr engen Kontakt zu den schottischen und englischen Preisen machen konnte, empfand ich das als ganz okay. Die erste Nacht war aber dann doch ziemlich grausam. Das Bett war zwar okay, aber, und ich hab noch gebetet vorher, natürlich war ein Mega-Schnarcher bei uns im Zimmer …. ARGGGGGGHHHH :S !
Nachdem ich dann nun eine kostenlose, kleine, farbige Touristenkarte (+ ein paar weitere kostenlose Broschüren etc) ergattert hatte, die zumindest die wichtigsten Dinge aufzeigte (und ich war positiv überrascht, wie genau und gut diese kostenlosen Dinge waren), habe ich dann auch rausgefunden, dass die Herberge genau 10 Schritte von der Hauptstraße, der ‘Royal Mile’ entfernt war.
Die Royal Mile war dann auch am nächsten Morgen (Start: kurz nach 7am!!) mein Ausgangspunkt, von dem aus ich meine Tour begonnen habe. Es wäre jetzt wirklich viel zu viel, von allem zu berichten, was ich an dem Tag gemacht habe. Allerdings bin ich neun Stunden am Stück durch die Straßen und Parks von Edinburgh gewandert und, glaubt mir, habe wahnsinnig viel gesehen. Hier kann ich aber wirklich nur einien schnellen Umriss geben und einige kleine Geschichtchen erzählen.
Das Muss für alle Edinburgh-Touristen ist natürlich das ‘Edinburgh-Castle’. Es ist schon ein sehr imposantes und faszinierendes Gebäude. Im Grunde ist es dann aber ja auch ‘nur’ ein weiteres Schloss und irgendwie sehen sie doch häufig gleich aus, oder?! Dieses hatte allerdings schon eine Besonderheit: ein Teil des Gebäudes ist auf einem steil abfallenden, offen sichtbaren Felsen gebaut (s. Fotos in Gallery). Ich habe mir echt nur gedacht, dass ich wirklich nicht in dem Teil des Gebäudes hätte wohnen wollen
. Ich war allerdings schon ganz früh morgens dort, da war es natürlich noch geschlossen (es hat sogar ein Soldat mit Maschinengewehr Wache gestanden :O ) und es war noch halbdunkel und grauer Himmel und so. Deshalb bin ich dann auch gegen Abend nochmal hin und habe ein paar schöne Bilder gemacht, von dem Schloss und der Aussicht. Wollte man es allerdings von innen besichtigen, musste man natürlich auch Eintritt bezahlen - 12 Pfund … hurrah. Nein, vielen Dank. Ich habe dann halt einfach nnur ein paar Fotos aus dem Innenhof gemacht, das musste reichen.
Edinburgh hat mir vor allem architektonisch sehr gut gefallen. Egal, wo man hinschaut, überall gab es schöne, imposante Gebäude zu sehen, Denkmäler für berühmte (oder auch weniger berühmte) Persönlichkeiten, Statuen etc etc. Es hat Spaß gemacht, die Stadt zu erkunden. Herauszufinden, was wohl hinter dieser Straßenecke zu finden sei und so weiter.
Das einzige, was ich als eine kleine Enttäuschung empfand war die ‘Royal Yacht Britannia‘. Da ich so früh am Morgen losgezogen bin, hatte ich also auch Zeit, die Yacht zu besichtigen. Das Schiff, auf dem unter anderen Charles und Diana damals ihre Flitterwochen verbracht hatten, wurde vor einiger Zeit von der Stadt Edinburgh gekauft und liegt nun zur Besichtigung am ‘Ocean Terminal’, dieser Terminal ist etwa 3 Meilen von der eigentlichen Innenstadt entfernt. Aber mich hat das Interesse und die Wanderlust gepackt und so bin ich dann dorthin getapert. Nicht nur habe ich einen kleinen Umweg machen müssen, da ich mich ein wenig verlaufen hatte. Das war aber nicht ganz allein meine Schuld, meine Karte ging halt leider nur bis zum Ende der Innenstadt und dann fand ich am Rand einen Pfeil, der die grobe Richtung zur Yacht angab. Dann aber das Schärfste: Man kann die Yacht nicht einmal sehen, ohne dafür bezahlen zu müssen. Entweder haben die Offiziellen das Shopping Centre direkt davor gebaut oder das Schiff geschickt durch das Centre verdeckt. Ich konnte also duch das Fenster einen Ladens den vorderen Teil des Schiffs sehen und von einem anderen Laden den hinteren Teil. Oder ich hätte natürlich auch 10 Pfund Eintritt bezahlen können. 10 Pfund für ein Schiff? Für ein Schiff, was von aussen nicht einmal wahnsinnig interessant aussah. Ich mit meinen 20 Pfund im Portemonnaie und einem leeren Magen, habe dann dankend abgelehnt.
Ach, es gibt so viele wunderbare Dinge zu sehen in Edinburgh: ‘Holyrood Palace‘, die offizielle Residenz der Queen in Schottland, Calton Hill, ein Park von dem aus man eine super Aussicht auf Edinburgh und Umgebung hat (inkl. Holyrood Palace) und ausserdem einige interessante Denkmäler zu bieten hat, etc etc. Ich könnte wohl ewig so weitermachen. Ich werde mich sehr bald mal dazu aufmachen, einen ausführlichen Bericht über die Stadt Edinburgh, ihre Geschichte, Kultur und Bedeutung schreiben. Dort werdet ihr dann sicher einige andere wissenswerte Fakten und Geschichten (ganz unabhängig von meinen Erfahrungen) lesen können.
Ein großes Minus für mich war es natürlich, dass ich alleine war. Es ist doch immer schöner, solche Erfahrungen mit anderen Personen zu teilen und ich finde ‘Reisen’ immer schöner, wenn man sie zu zweit erlebt. Aber gut, es hat mir trotzdem wahnsinnig gut gefallen. Es ist wirklich empfehlenswert einmal ein paar Tage in Edinburgh zu verbringen, um sich ein eigenes Bild machen zu können, welches sicher sehr viel schöner ist als das, was ich hier zu vermitteln versuchte
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