Prüfungangst? Zukunftsangst?
… tja, nun steht der Tag der Tage also fest, das 5. Fünftel der Examerei sozusagen. Am 06/05/ heißt es dann für mich noch ein letztes Mal (hoffentlich): alles geben und bestehen.
Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, was ich unter diesem Englisch-Staatsexamen schon gelitten habe. Allerdings glaube ich, dass der Tiefpunkt mit dem Schriftlichen dann doch einigermaßen überwunden war - ich denke es hätte auch gar nicht mehr schlimmer kommen können. Diese Entscheidung, meine Klausur in Linguistik zu schreiben war mal einer der tiefsten Griffe ins Klo, die ich jemals getan habe :S .
Naja, das einzige, was mich dann noch ein bisschen (oder auch ein bisschen mehr) beunruhigt hatte, war die Tatsache, dass ich einfach wirklich kein gutes Gefühl bei meiner Klausur habe und das belastet schon ein wenig bei der Lernerei für das Mündliche, denn man weiß ja nie so genau, was man da noch rausreißen muss
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Ach ja, ich glaube schon, dass ich momentan doch wieder ruhiger und beruhigter bin (danke an die Bachblüten Notfalltropfen?!?), aber ich werde das Gefühl trotzdem nie so recht los, dass ich durch diese Prüfung durchfallen kann und eventuell auch werde. Diese Gedanken haben mich so feste im Griff gehabt, dass ich nicht mal mehr schlafen konnte. Alles was ich gemacht habe war Lernen, Lernen, Lernen, zur Arbeit gehen und wieder Lernen. An diesem Ablauf hat sich eigentlich nicht wahnsinnig viel geändert, wenn man mal von dem glücklichen Umstand absieht, dass ich mein Schlafproblem wieder in den Griff bekommen habe.
Aber es ist irgendwie schon komisch, denn ich mache mir manchmal wirklich ernsthaft Gedanken, warum mich dieses Mal so eine Panik, eine wirkliche Prüfungsangst überkommt. Ich meine, ja, ich fand mündliche Prüfungen noch nie den Brüller, aber ich bin doch immer irgendwie durchgekommen (mal abgesehen von meinem ersten Versuch beim Latinum - fair enough), aber dieses Mal scheint alles anders zu sein und ich kann es mir eigentlich nicht erklären.
Klar, Klausur war nicht so toll - ist beunruhigend, aber wenn ich mal ehrlich bin, dann bin ich besser in meinem Zeitplan als damals bei Geschichte, naja, und ich hoffe, mein Englisch ist auch nicht das schlechteste
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Ich weiß nicht, irgendwann ist mir dann mal eine andere Möglichkeit in den Sinn gekommen. Natürlich habe ich Angst vor der Prüfung, aber vielleicht ist es auch das, was danach kommt. Wenn ich mal so nach vorne schaue, dann könnte ich mich glatt in meine Pläne für die Zukunft verlieben, viele schöne Dinge, die da vor mir liegen. Es gibt bei dieser rosaroten Zukunft allerdings auch ein paar Probleme, denn wenn ich auch nur den Kopf hebe, um nach vorne zu schauen, dann türmt sich meine Prüfung über mir auf, wie eine böse dunkle Gewitterwolke. Und ich könnte diese fabelhaft Zukunfts-Seifenblase ganz einfach damit zerstören, dass ich durch diese Prüfung falle (ja ja, ich weiß, warum sollte ich) und dann…?? Tja, das ist keine leichte Last, die ich da mit mir rumschleppe, aber vielleicht bürde ich sie mir ja auch nur selber auf. Naja, und dann habe ich mich ja auch noch für das Referendariat in England beworben und leider habe ich auch da noch nichts wieder gehört und das beunruhigt mich schon auch irgendwie.
Und dann kann ich sicher auch nicht abstreiten, dass ich froh bin, dass die Zeit direkt nach dem Examen schon einigermaßen verplant ist, denn ich wäre nicht die Erste, die in dieses berühmte dunkle, tiefe Loch fallen würde. Man hat nun 7 Jahre studiert, 7 Jahre quasi nichts anderes gemacht als in die Uni zu rennen (oder aber auch nicht), Klausuren und Hausarbeiten zu schreiben, das Studentenleben genossen, Freunde kennenzukernen und Spaß zu haben, und vor allem nun, die letzten 1,5 Jahre … Was ist davon eigentlich übrig geblieben, wenn ich so zurückschaue, habe ich in den letzten Jahren wenig anderes gemacht als zu lernen und Geld zu verdienen (mit weit größeren Anteilen bei der Lernerei natürlich), quasi sozial verkümmert, sieht man mal von dem erlauchten Kreis der sehr guten Freunde ab, und natürlich Familie und boyfriend, und ich bin mir sicher, dass diese Leute sich manchmal das Ende dieser furchtbaren Phase mehr herbeiwünschen als ich. Denn glaubt mir, ich kann zum unerträglichen Biest werden, wenn mir das alles zu viel wird
. An dieser Stelle möchte ich mich dann auch nochmal bei allen bedanken, die nie (oder selten) die Geduld mit mir verlorren haben und immer da waren, selbst wenn ich geheult habe wie ein kleines Kind oder hysterisch um mich geschlagen und geschrien habe oder auch wenn es mal einen der ganz seltenen Hoffnungsschimmer gab. DANKE!
Naja, und was bleibt? Eindeutig der 06/05/ von 15.10 Uhr bis 16.10 Uhr (der Tag, der mein Leben verändert??). Dann aber vor allem auch erstmal der Besuch von Felix, der nochmal zum Händchen halten und beruhigen kommt, nachdem ich jetzt ja erst so spät dran bin, kann ich es mir vielleicht erlauben, und natürlich werden wir auch gemeinsam lernen und wiederholen
. Dann natürlich auch die Hoffnung, dass ich, Fortuna und die große Hoffnung, das Kind schon irgendwie schaukeln werden und dass ich schlußendlich doch Zugang zu meiner wundervollen Zukunft kriegen werde!
Tja, also, was ist es nun? Prüfungsangst? Zukunftsangst? unberechtigte und undefinierbare Angst? Ich weiß es nicht, aber ich weiß, dass ich dieses Gefühl niemandem wünsche, nicht einmal meinen schlimmsten Feinden! Aber ich werde dafür fighten, versuchen, mich nicht unterkriegen zu lass und hoffen und beten!!
Also, ich mach mich dann jetzt mal wieder an die Bücher, wünsche allen da draußen, die nicht lernen müssen, eine gute Zeit und alle anderen, die auch grad mitten in der Sch**** stecken, viel Energie und vor allem: Die Hoffnung nicht aufgeben, ihr seid nicht allein!
Macht’s gut und bis bald…

