Oscar Wildes ‘The Picture of Dorian Gray’
Wie fleißige Leser meines Blogs natürlich wissen, habe ich vor kurzem Oscar Wildes ‘The Picture of Dorian Gray’ gelesen. Und wie die meisten, die mich kennen auch wissen mögen: Ich habe das Buch natürlich nicht ganz freiwillig gelesen. Obwohl man schon sagen kann, dass ich so etwas wie ein Fan von dem guten Oscar bin (und ich will hier gar nicht weiter darauf eingehen, dass er ein Dubliner war und am Trinity College studiert hat
…und noch weniger möchte ich hier die Frage diskutieren ob er nun homosexuell war oder nicht, denn eines steht fest: Er war einfach ein brillianter Schreiberling), habe ich dieses Buch als Vorbereitung auf einen Kurs, den ich im nächsten Semester belege, gelesen.
Dieses Buch hat mich allerdings nun doch ziemlich beeindruckt und fasziniert und deshalb möchte ich hier nun auch ein paar Wörter darüber verlieren. Wer kennt ihn nicht, den Traum der ewigen Jugend? Dem Hauptcharakter des Buches wurde dieser Traum verwirklicht…aber wird er damit glücklich??
ACHTUNG: SPOILER - Plot wird verraten
Der Roman spielt im England des 19. Jahrhunderts. Dorian Gray, ein junger Mann aus der Oberschicht…anfangs schüchtern, zurückhalten, unschuldig aber vor allem eines: wunderschön. Er wird zum Idol des Malers Basil, Dorian wird seine Inspiration und malt deshalb sein bestes Bild…ein Portrait von Dorian Gray. Wie auch immer, als Dorian mit Basils Freund Lord Henry zusammentrifft und dieser ihm komische Ideen in den Kopf setzt…naja, der Anfang einer fatalen Veränderung. Gray bekommt besessen von der Idee der ewigen Jugend und er beginnt das Portrait zu beneiden. Die Idee, dass das Bild ewig jung bleiben darf, wohingegen der Mensch altert und häßlich wird, treibt ihn fast in den Wahnsinn. Er wünscht sich, das Bild und er mögen Rollen tauschen. Genau dieser Wunsch geht dann auch in Erfüllung. Niemand ahnt etwas, doch Dorian Gray merkt bald darauf, dass alle Sünden, die er in seinem menschlichen Leben begeht, sich auf dem Portrait von ihm wiederspiegeln. Ein Mädchen bringt sich um, da Dorian sie und ihre Liebe zurückgewiesen hat, er wird zum Schreck seiner ganzen Klasse, alle seine ehemaligen Freunde treibt er in den Wahnsinn. Der einzige, der merkt, dass etwas nicht stimmt, ist Dorians Freund, der Maler Basil. Als er über seine Ängste spricht und sein Idol zur Rede stellt, zeigt der Schönling ihm das eigens von ihm gemalte Bild. Basil ist entsetzt und versteht nicht, was vor sich geht. Dorian gibt ihm eine Erklärung…und tötet ihn skrupellos. Das Bild verändert sich, die Hände sind mit Blut verschmiert… Nach vielen Jahren holt die Vergangenheit ihn allerdings ein. Der Bruder des Mädchens, welches sich umgebracht hat, jagt Dorian Gray, er hat Rache geschworen für den Tod seiner Schwester. Dorian sieht Gespenster immer und überall, er wird ein wahres Nervenbündel, bekommt Selbstzweifel…Diese Zweifel werden am Ende so stark, dass er den Anblick des Portraits nicht mehr ertragen kann. Eines Nachts schleicht er sich auf den Dachboden, wo er das Bild versteckt hat, greift sich ein Messer und… Was der Schönling allerdings nicht bedacht hat: An dem Tage, als er seinen Wunsch ausgesprochen hatte, wurde anscheinend ein Band zwischen ihm und dem Bild geknüpft, ein Band, was nicht einfach so getrennt werden kann. Als er versucht, auf das Bild einzustechen, übertragen sich alle Sünden, alle schlechten Taten, die er jemals begangen hatte (und das waren wirklich nicht wenige) wieder auf Dorian Gray - das Bild entledigte sich ihrer und veränderte sich. Es konnte allerdings nicht zerstört werden. Indem Gray auf das Bild einstach, tötete er sich selbst. Vorher allerdings musste er allerdings auch noch seine begangenen Sünden wieder auf sich nehmen. Das Buch endet: Man sieht das Bildnis des jungen Dorian Gray…so wie Basil es vor vielen Jahren gemalt hatte, vor dem Bild liegt der Mensch, verschändelt und gealtert und … erstochen. Selbst wenn das Ende des Buches, vielleicht das ganze Buch etwas unglaubwürdig ist, so trägt es doch Gedanken in sich, die es wert sind, etwas genauer drüber nachzudenken. Was ist es, was das Leben ausmacht? Ist es wirklich die ewige Jugend und die ewige Schönheit? Ein Mensch, der mir eigentlich sehr nahe steht, sagt oft, dass man leben sollte wie Peter Pan: Niemals erwachsen werden. Eine ganze Weile dachte ich, dass sich das sehr verlockend anhört, aber mittlerweile muss ich sagen, dass es nicht das älterwerden oder das erwachsenwerden, nein, nicht einmal das ‘hässlich’ werden ist, was sich negativ auf das Leben auswirkt. Ich bin der Überzeugung, dass es ganz andere Dinge sind, die das Leben so schön und lebenswert machen … Da ich nun allerdings nicht alles von mir hier offenlegen will, höre ich hier auf. Allerdings nicht bevor ich allen empfohlen habe, dieses Buch zu lesen, es lohnt sich, jedenfalls, wenn ihr noch nicht genug davon habt, nachdem ich hier schon mehr oder weniger alles verraten habe
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