Urlaub in Osteuropa: Erholung oder Abenteuer? Part I - Riga/Lettland
Auch wenn es schon eine ganze Weile her ist, seitdem ich das letzte Mal geschrieben habe…dieses Mal habe ich eine gute Ausrede: Ich war nämlich im Urlaub
! Okay okay, ich bin schon seit ein paar Tagen wieder zurück, aber es ist wirklich nicht ganz so einfach, etwas über diese Tage fern der Heimat zu schreiben! Warum nicht? Einfach weil wir dort eine so tolle Zeit verbracht haben und ich möchte für alles, was wir gesehen, gemacht und erlebt haben, die richtigen Worte finden, damit ihr auch wirklich fühlen könnt, wie diese Zeit für mich war! Ich bin mir zwar ganz und gar nicht sicher, dass ich diese Aufgabe erfolgreich bewältigen werde, aber ich werde es auf jeden Fall versuchen
!
Selbst der Weg zum Flughafen war schon ziemlich abenteuerlich…Ich bin von Berlin-Schönefeld aus geflogen und der Flieger ist schon um 8 Uhr morgens gestartet, was so viel hieß wie, ich sollte ganz gerne um 6 Uhr da sein…! Ich bin also so gegen Mitternacht von zu Hause aufgebrochen, um sicher zu gehen, dass ich den Flug auch ja nicht verpasse! Um 4 Uhr kam ich also in Berlin an, ohne auch nur eine Minute geschlafen zu haben und musste dann noch zwei sehr sehr lange Stunden hinter mich bringen, totmüde und schon ziemlich aufgeregt
!
Naja, wie auch immer, alles lief super und ich kam um 10.40 Uhr in Riga an (Rigas Zeit ist eine Stunde vor deutscher Zeit und zwei Stunden vor irischer Zeit
)! Das Beste an der Ankunft in Lettland war allerdings, dass Felix’ Maschine zur genau selben Minute landete wie meine und er kam gerade durch die Passkontrolle als ich meinen Koffer vom Laufband gewühlt hatte. Ich war so froh, ihn endlich wiederzusehen…obwohl ich mir vorher überhaupt nicht sicher war…! Ich weiß, ich weiß, das ist wieder so typisch ich: Wird alles gut laufen? Werde ich überhaupt in der Lage sein, die ganze Zeit Englisch zu reden? Und wie wird es wohl sein, nach 13 langen Wochen, in denen wir uns nicht gesehen haben…? Zu dem Zeitpunkt war ich schon sehr aufgeregt und auch hyper-nervös, ja
! Naja, eigentlich gab es überhaupt keine Veranlassung zu all der Aufregung und Besorgtheit… wir hatten einfach eine ganz tolle Zeit miteinander, fast von der ersten Sekunde an (Ich hatte auf jeden Fall eine großartige Zeit mit ihm dort
)!
Das einzige, was wir noch am Flughafen zu tun hatten war Geld wechseln…jaja, Lettland hat noch keinen Euro…, damit wir überhaupt irgendwie zu unserem B&B kommen konnten. Das Haus befand sich etwas außerhalb der Stadt und natürlich ganz am entgegengesetzten Ende vom Flughafen aus gesehen. Und noch einen Tipp: Wechselt niemals Geld am Flughafen/Bahnhof, wenn ihr es irgendwie vermeiden könnt
!
Als wir dann bei unserem B&B ankamen, war ich fast überwältigt - der Ort war wirklich sehr sehr cool! Ein wunderschönes Haus (Holzhaus), viele Haustier (einen übergewichtigen, aber sehr lieben Schäferhund; eine verrückte Katze, die nach einem Auto benannt ist - Skoda; und eine Katze, die verrückt nach Zehen ist, also VORSICHT), nette Besitzer, die meiste Zeit ein super Frühstück und ein total tolles Zimmer, mit dem größten Bett, das ich je gesehen habe
! Wie auch immer, da wir beide einen ziemlichen Schlafmangel hatten, haben wir nur noch einen Kaffee mit der Besitzerin getrunken und haben dann, schlaftrunken, den Weg ins Bett gesucht. Als wir dann wieder aufwachten, machten unsere Mägen uns darauf aufmerksam, dass wir eigentlich auch sehr hungrig waren. Also, setzten wir eine unserer ‘besten’ Ideen in die Tat um…wir machten uns zu einem Spaziergang auf (eigentlich war es eher ein Marathon
), um einen Take Away zu suchen. Das einzige Problem war, dass Riga davon nur sehr wenige hat, wenn man überhaupt einen findet - Touristen, sag ich da nur
! Wie auch immer, wir schlenderten also ein bißchen sinn- und ziellos umher, bis wir endlich eine Pizzeria, yeah, in der Felix dann das erste Mal seine Russisch-Kenntnisse austesten konnte
! Leider war unser erster Tag, nachdem wir wieder zu Hause angekommen waren, schon fast wieder vorbei und alles, was wir bis dahin gemacht hatten - obwohl wir relativ früh schon in Riga waren - war schlafen, essen, umherwandern und wieder schlafen, pffft, was für eine Zeitvergeudung, was
?! Naja, ich hatte überhaupt kein schlechtes Gewissen, ich genoß einfach die Zeit mit Felix in diesem fremden (wirklich sehr fremd) Land
! Die Besitzerin unseres B&B erzählte uns dann zwar am nächsten Morgen, dass es eigentlich keinen Grund gegeben hätte, das Restaurant nahe unseres Hauses zu meiden (es war wirklich nur fünf Minuten von unserem Haus entfernt) - naja, dumm gelaufen
!
Wie auch immer, bis zu diesem Punkt, der Urlaub war sicher eher Erholung als Abenteuer (obwohl es war etwas abenteuerlich, nachts durch Riga zu rennen und verzweifelt einen geeigneten Ort zum Essen zu finden)!
Die nächsten zwei Tage waren wir damit beschäftigt, die Altstadt Rigas und deren nähere Umgebung zu erkunden! Was wir dort gesehen haben, machten einen außerordentlichen Eindruck auf mich…! Die Altstadt an sich war wirklich wunderschön: viele Kirchen (bei einer haben wir uns sogar auf den Turm getraut
; siehe Gallery), schöne Gebäude, pröchtige Parkanlagen, nette Plätze/Märkte…aber sobald wir ein bißchen außerhalb waren, sah die Stadt doch sehr nach ehemaliger DDR aus! Obwohl es überraschenderweise sehr viele riesige Autos gab…ich denke es wäre sehr schwierig, so viele teure Autos in Deutschland zu finden! Naja, wie auch immer, da wir keinen richtigen Plan hatten, sind wir halt einfach losgezogen und sind überall angehalten, wo es sich zu lohnen schien! Am ersten Tag in der Altstadt haben wir auch dem Rigaer Okkupationsmuseum einen Besuch abgestattet. Wir waren beide etwas ‘böse’ auf uns, denn wir waren wirklich in vielerlei Hinsicht ziemlich unvorbereitet und genau damit sahen wir uns dann auch konfrontiert als es um unser Wissen über die lettische Geschichte ging. Naja, ich muß schon zugeben, dass Felix’ Wissen auch in diesem Punkt sehr viel größer war als meines, aber auch hier waren einige Lücken zu finden
! Egal, wir gingen also zu diesem Museum (der Eintritt war frei) und informierten uns sehr eifrig und begierig über die Geschichte des Landes, in dem wir uns gerade befanden! Es dauerte allerdings nicht allzu lange, bis wir herausgefunden hatten, dass wir doch einiges über lettische Geschichte wußten, denn sie ist mehr oder weniger komplett mit entweder deutscher oder russischer Geschichte verstrickt. Lettlands Geschichte ist fast ausschließlich, bis vor kurzem, eine Besatzungsgeschichte! Also war ich doch ein wenig erleichtert, dass ich nicht als kompletter Idiot enden musste, aber es war trotzdem sehr interessant und das Museum ist sicherlich immer einen Besuch wert!
An diesem Tag versuchten wir dann auch das Restaurant (’Gustav Adolf’), was sich in der Nähe unseres B&B befand. Es war wirklich ein ganz netter Ort, sie hatten Speisekarten in Englisch (nicht lachen, es ist fast unmöglich Lettisch zu lesen/zu verstehen wenn man absolut keine Ahnung davon hat
), das Essen war sehr gut und die Preise lagen nicht über dem üblichen Rigaer Durchschnitt! Naja, nachdem ich meinen griechischen Salat bestellt hatte, war ich doch ziemlich neidisch auf Felix’ Spaghettis (und der mochte sie nicht einmal besonders…)
!
Eine Sache, die ich vielleicht schonmal vorher hätte erwähnen sollen ist die Tram. Die Fahrten damit waren ziemlich abenteuerlich für mich und glaubt mir wenn ich sage, dass diese Dinger schon sehr komisch aussahen! Es ist wirklich recht überraschend, dass sie die Strecke zwischen Mezaparks (wo wir gewohnt haben) und dem Zentrum immer noch so gut schaffen, aber scheinbar laufen sie noch prächtig - und wenn sie nicht gestorben sind, dann laufen sie noch heute
! Und ich fühlte mich mal wieder in die DDR oder die deutsche Nachkriegszeit zurückversetzt
! Naja, eine wirklich gute Sache war, dass es in den Trams keine Automaten gibt, sondern einen Konduktor, wo man seine Tickets kauft (20 Santimis/Fahrt = ~35 Cents). Eine andere Sache, die mir besonders in den Trams sehr extrem aufgefallen ist, war, dass die Letten doch ein bißchen komisch sind. Ich kann es gar nicht richtig beschreiben, aber ich weiß, dass ich manchmal doch ein ziemliches Problem damit hatte, denn man musste sich doch etwas umwillkommen fühlen, obwohl ich mir sicher bin, dass mein Eindruck nicht ganz der Realität entsprach… trotzdem, ich konnte nichts gegen mein Gefühl tun! Die Leute verhielten sich allerdings auch untereinander zeimlich reserviert. Das beste Beispiel dafür ist mal wieder die Tram: sie stiegen ein, gingen zum Konduktor, gaben ihr das Geld ohne sie auch nur eines Blickes zu würdigen, ohne auch nur ein Wort zu sagen machten sie sich dann von dannen! Es tut mir leid, aber meiner Meinung nach ist das ziemlich komisch oder jedenfalls ungewohnt!
Eine andere sehr lustige Sache, die wir erlebt haben, war, dass es anscheinend ganz normal zu sein scheint, andere Menschen anzustarren! Als wir an einem Tag in die Stadt gingen, trug ich einen Rock und Stiefel, aber der Rock war so lang, dass man eigentlich nicht viel von den Stiefeln sehen konnte. Nichtsdestotrotz starrten die Leute, junge Mädchen ganz besonders, auf meine Stiefel und ich hatte schon Angst, dass ihnen die Augen aus dem Kopf fallen würden
! Naja, wir konnten leider nicht wirklich rausfinden, warum die Leute uns immer so anstarrten, aber wir konnten drüber lachen und hatten viel Spaß damit!
Für unseren vierten Urlaubstag (Mittwoch) hatten wir geplant, nach Sigulda, einer kleineren Stadt etwa 1,5 Stunden mit dem Zug von Riga entfernt, zu fahren. Einige von euch werden sicher schonmal von Sigulda gehört haben, den der Ort ist relativ bekannt für seine Bobrodelbahn. Wir kamen im strahlenden Sonnenschein dort an und machten uns auf, die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten zu entdecken. Kurz nachdem wir angekommen waren, wurde uns aber mal wieder bewusst, dass wir doch auch ziemlich hungrig waren. Also wälzten wir den Reiseführer und entschieden uns für ein Restaurant, das ganz in der Nähe des Neuen Schloßes hätte sein sollen! Ihr könnt euch wirklich nicht vorstellen, wie lange es gedauert hat, bis wir dieses dumme Ding endlich gefunden hatten…! Die Karte in dem Reiseführer war einfach nur schlecht, aber nachdem wir uns etwa 10 Mal verlaufen hatten, fanden wir dann zwar das Schloß, aber kein Zeichen eines Restaurants
! Ich bin mir zwar nicht ganz sicher, aber ich würde schätzen, dass mindestens eine Stunde gedauert hat, bis wir herausgefunden hatten, dass sich das Restaurant in dem Schloß befand
! Wie auch immer, das war lange nicht das einzige Problem, das wir bezüglich des Essens lösen mussten… Wir suchten also einen Eingang. Das mag sich jetzt vielleicht lustig anhören und ihr mögt denken, dass wir ziemliche Idioten sind, aber es gab wirklich keinen Eingang zu diesem blöden Ding, jedenfalls keinen, der offen war! Wir entschieden uns also dafür, uns auf die Terrasse zu setzen und einfach mal zu warten, bis sich uns einer erbarmen würde…womit wir allerdings nicht gerechnet hatten: es scherte sich keiner um uns!
Naja, also machten wir uns erstmal wieder auf und schauten uns die benachbarten Ruinen an. Das war wirklich eigentlich sehr interessant, aber zu der Zeit hatten wir beide schon riesige Löcher in unseren Mägen und waren deshalb auch nicht mehr in der besten Stimmung. Als wir auf dem Rückweg wieder an dem Schloß vorbeikamen, sahen wir, dass auch andere Leute einen Versuch gewagt hatten…, also schlossen wir uns denen an und…voila…wir bekamen etwas zu Essen! Ich bin mir zwar nicht sicher, ob es überhaupt irgendwo ein teureres Restaurant gegeben hätte, aber egal, und das Essen war sehr lecker und wir erlaubten uns sogar noch ein Eis als Nachtisch, yummie
! Hm, um ehrlich zu sein, das war eigentlich auch schon alles, was wir in Sigulda gemacht haben - ein Restaurant zu finden - denn bald danach mussten/wollten wir wieder zurück nach Riga, weil wir uns die Champion’s League Spiele in einem Pub anschauen wollten
! Einige Tage zuvor hatten wir in der Altstadt einen sehr netten irischen Pub ausfindig gemacht, der die Fußballspiele zeigen sollte. Und nachdem wir am Dienstag Abend leider zu Hause eingeschlafen waren (ooops), wollten wir nun doch jedenfalls die Mittwoch-Spiele sehen. Es war wirklich sehr interessant, der Pub hatte sechs oder sieben Fernseher/Leinwände und auf jedem/jeder wurde ein anderes Spiel übertragen. Leider konnten wir nicht bis zum Ende der Übertragung bleiben, da wir auf die letzte Tram mussten, aber meine Mannschaft hat leider eh verloren (Hamburg vs. Arsenal 0-2)
!
Dieser Tag außerhalb von Riga war schon wirklich sehr schön, aber der darauf folgende sollte sogar noch besser werden. Dieser war vermutlich der schönste, den wir in Lettland hatten. Wir kauften uns also mal wieder Tickets (zum Preis, der eigentlich einfach nur als lächerlich günstig zu bezeichnen ist) nach Darzina, wo wir uns ein KZ anschauen wollten, das damals, im Zweiten Weltkrieg, von den Nazis errichtet worden war. Das Wetter war mal wieder herrlich und so verließen wir Riga in allerbester Stimmung
. Leider gibt es an den lettischen Bahnhöfen, mitten im Niemandsland, gar keine oder im besten Falle ‘provisorische’ Beschilderung. Also verpassten wir unsere Station, aber die Schaffnerin war so nett und erzählte uns bei der nächsten Station, dass wir gefälligst aussteigen sollten. Gut, wir stiegen also aus und fanden uns irgendwo im Nichts wieder. Felix meinte, ich solle ein paar Fotos machen, damit die Leute uns auch glauben werden, dass es dort (in Dole) wirklich nichts gab, nichts außer den Bahngleisen
! Wir waren also wirklich so etwas wie Glückskinder als kurze Zeit später zwei Mädchen vorbeikamen und die auch noch Englisch verstanden und es auch noch überraschend gut sprechen konnten! Wir berichteten ihnen von unserem ‘Problem’ und sie erklärten sich gerne bereit, uns mit zur nächsten Straße zu nehmen, von der aus wir dann zu dem Denkmal laufen konnten! Ich fühlte mich wirklich ins Mittelalter oder ähnliches zurückversetzt. Die Mädchen liefen barfuß und die ganze Atmosphäre erinnerte mich doch sehr an ein Dorf/Leute, die noch niemals zuvor so etwas wie ein Auto gesehen hatten - einfach großartig
! Wir trotteten ihnen also hinterher durch die Felder bis wir die ‘Straße’ erreichten. In Wirklichkeit war diese Straße nichts anderes als ein großer Feldweg und ich war doch mehr als überrascht als die Mädchen uns den Weg erklärten und ich die ganze Zeit davon ausging, dass wir doch immer noch diese Straße finden müssten
. Ich war auch sehr überrascht als Felix mir erzählte und auch wirklich zeigte, dass diese ‘Straße’ in jeder Karte von der Region zu finden ist
!
Wie auch immer, nach gut 30 minütigem Fußmarsch erreichten wir unser Ziel - vor allem auch Dank der wirklich sehr guten Wegbeschreibung. Was wir dann dort zu sehen bekamen war einfach nur sehr beeindruckend und ich denke, es ist beinahe unmöglich, die richtigen Worte zu finden, um diesen Ort zu beschreiben. Es wird also besser sein, wenn ihr euch einfach mal die Bilder anschaut und ich hoffe, dass diese es besser werden zeigen können! Ich würde gerne so viele Dinge auch über die Gefühle, die mich dort überkommen haben, schreiben, aber ich möchte das doch ganz gerne so lange hintenanstellen, bis ich zu meinem Bericht über unseren Auschwitz-Ausflug komme (siehe nächsten Part - Krakau/Polen). Was ich dort fühlte entsprach sehr den Gefühlen, die ich in Salaspils hatte, nur noch sehr viel stärker. Wir hatten also wirklich einen sehr schönen und vor allem beeindruckenden Tag dort im Niemandsland und das Denkmal an sich war fast menschenleer, wir konnten also umherwandern wie wir wollten. Nach einer Weile versuchten wir dann unseren Rückweg zum Bahnhof (dieses Mal dann wirklich Darzina
) zu finden, aber selbst das war leichter gesagt als getan, denn Hinweisschilder gab es so gut wie gar keine und das Denkmal befand sich irgendwo im tiefsten Wald. Als wir das dann auch endlich erfolgreich geschafft hatten und zurück in Riga waren, schaffte Felix es noch, mich zum Pool spielen zu überreden. Wir spielten also noch einige Runden, in denen ich mal wieder beweisen konnte, was für ein Obertrottel ich im Pool bin, vor allem wenn man gegen Felix spielen muß, der das ganze doch relativ regelmäßig und vor allem relativ erfolgreich betreibt…aber im Endeffekt hatten wir doch sehr viel Spaß - ich bin doch ein guter Verlierer (hust, hust)
!
Was gibt es also noch über den letzten Tag in Riga zu berichten? Eigentlich gibt es nicht mehr viel zu erzählen, denn alles, was wir gemacht haben, war warten… Unser Bus nach Warschau sollte Riga um 22 Uhr verlassen. Wir konnten unser Gepäck zwar noch für einige Zeit im B&B lassen, aber eigentlich wollten wir nicht erst nochmal in die Stadt fahren. Und auch in unserer Nachbarschaft es gab auch genug zu tun und genug zu sehen. Nahe unseres B&Bs gab es einen großen See, an dem man auch Boote mieten und rudern gehen konnte, außerdem gab es einen Zoo und allerhand andere Dinge, wie Trampoline…! Aber leider konnten wir von all den Dingen nicht vieles machen, da uns das Geld ausgegangen war und so wurde der Tag immer länger und länger
! Also kratzten wir unsere letzten Lats zusammen, holten unser Gepäck und fuhren nun doch in die Stadt. Dort fanden wir ein relativ günstiges Restaurant, das fast ausschließlich lettisches Essen zur Auswahl hatte. Danach schlenderten wir (so weit das möglich war mit all dem Gepäck) zum Busbahnhof und warteten - mal wieder
!
Was ist nun also die grundsätzliche Meinung über Riga und Lettland im Allgemeinen? Es war mit Sicherheit ein wahnsinnig schöner Aufenthalt, wir hatten so viel Spaß, haben eine Menge über Lettland gelernt und viele Dinge gesehen und erlebt! Trotzdem muß ich sagen, dass ich ein bißchen enttäuscht war von Riga oder, um genauer zu sein, von den Letten an sich. Lettland und ganz speziell Riga waren ganz und gar nicht so günstig, wie man es vielleicht erwartet hätte. Ich habe zwar gelesen, dass Lettland auch noch das teuerste der drei baltischen Länder sein soll, aber trotzdem denke ich, dass sich alle drei schon sehr sehr gut dem europäischen Standard angepasst haben (auf alle Fälle, was die Preise angeht)! Wie auch immer, das lettische Bier kann ich trotzdem nur empfehlen
und es ist immer noch einiges günstiger als das, was man in Deutschland oder Irland bekommen kann! Die Sache, die mich vermutlich mit am meisten irritiert hat war wohl die Sprache. Ich war sooo nutzlos und wäre ohne Felix wohl auch total hilflos und aufgeschmissen gewesen! Lettisch ähnelt keiner Sprache, die ich beherrsche, auch nur annähernd und natürlich sprach niemand dort Deutsch und deren Englisch war auch nicht zum in-die-Hände-klatschen! Glücklicherweise konnte eigentlich jeder dort Russisch, da es immer noch einen wahnsinnig hohen Anteil an Russen in Lettland gibt…und noch besser war, dass Felix Russisch kann! Also vielen Dank, my dear, dass du mich nicht hast verhungern lassen
!
Wie auch immer, ich möchte mich überhaupt nicht beschweren und es gäbe eigentlich auch gar keinen Grund dafür, denn ich hatte wirklich eine super Zeit dort: schönes Land, beste Begleitung, wunderbares Wetter…ach, alles war einfach nur gut
!
Also gut meine Lieben, ich hoffe sehr, dass ich recht bald Zeit haben werde, um von dem zweiten Teil unseres Urlaubes zu berichten, damit ihr auch alles komplett genießen könnt
! Ich hoffe, ihr mögt diesen Eintrag und die dazu gehörigen Fotos und dass das Lesen und Anschauen Spaß gemacht hat?!
Paßt gut auf euch auf und ich hoffe, dass ich bald etwas von euch hören werde und dass ich viele von euch noch eher wiedersehen kann
!
Feste Umarmung von eurer Steffi
PS: Ich werde ab dem 04.10. wieder zurück in Freiburg sein, allerdings erstmal nur für eine Woche, bevor ich dann nochmal 10 Tage in Dublin sein werde. Ab dem 21.10. bin ich dann aber wieder dauerhaft im schönen Breisgau ansässig
!
PPS: Für den Fall, dass irgendjemand von euch an einem Urlaub in Riga interessiert sein sollte, gebe ich euch hier den Link von unserem B&B, welches ich wirklich nur empfehlen kann:
www.homestay.lv
und die Besitzer sind Diga aus Lettland und Ric aus Neuseeland!


2 October 2006 at 12:49 PM
Reading about it all makes me wish we were back there! Bit unfortunate that we ran out of money on the final day, apparently the Zoo is home to a sizeable percentage of the world’s Siberian tigers, or a day on the water would’ve been quite refreshing, but you can’t have everything!